06.07.2018

Fahrspaß

Neue Ufer

BMW legt die 8er-Serie als Nachfolger des Sechser-Trios neu auf. Premiere feierte das Luxuscoupé, deutlich sportlicher als bisher positioniert, beim 24-h-Rennen von Le Mans.

Der neue Achter will eine Mischung aus Aston Martin DB11 und Mercedes S-Klasse Coupé sein, und ab November ganz nebenbei beim Porsche 911 wildern. Kann das klappen?

Einst warb Porsche mit dem markigen Slogan von der Rennstrecke auf die Straße und britische Sportwagenfirmen trugen in der Anfangszeit des galoppierenden Automobils den Werbespruch „win on Sunday – sell on Monday“ in die weite Welt hinaus. Das Gleiche versucht nun BMW mit seinem neuen Achter, der in diesem Herbst zunächst als 4,84 Meter langes Coupé in den Handel kommt. Cabrio und viertüriges Gran Coupé folgen 2019. Bereits seit ein paar Monaten ist das neue 8er Coupé als Rennwagen auf den bekanntesten Strecken dieser Welt als M8 GTE unterwegs. Den inoffiziellen Erstaufschlag gab es 2017 noch wild getarnt beim 24-h-Rennen am Nürburgring und dann diesen Januar bei den 24 Stunden von Daytona. Anscheinend haben die Bayern eine neue Liebe zu Rund-um-die-Uhr-Rennen entdeckt, denn auch die offizielle Weltpremiere fand beim größten Langstreckenklassiker statt: den 24 Stunden von Le Mans.

Mehr denn je auf Sportlichkeit getrimmt

Beim Kunden soll der 8er ab Herbst nach perfekter Vorbereitung ein Volltreffer werden. Optisch wurde der Bayer im Vergleich zu seinem Vorgängermodell 6er Coupé deutlich nachgeschärft und auf der variablen CLAR-Architektur mehr denn je auf Sportlichkeit getrimmt. Flachere Scheinwerfer, breitere Niere und mächtige Lufteinlässe, dazu eine kraftvolle Schulter nebst schicker Taillierung – all dies bietet bereits das Startmodell des BMW M 850i. Auf Wunsch zu bekommen: Karbondach mit zahlreichen Applikationen des hochfesten Hightech-Kunststoffs.

Damit die Fahrleistungen nicht hinter der wuchtigen Optik zurückstehen, ist der 4,4 Liter große Achtzylinder deutlich erstarkt und leistet nunmehr 390 kW / 530 PS und ein gewaltiges Drehmoment von 750 Nm, das stetig zwischen 1.800 und 4.600 U/min anliegt. Der Benziner, bis zur Premiere des M8 das Topmodell der Baureihe, schafft 0 auf 100 km/h in 3,7 Sekunden und wird ebenso bei 250 km/h abgeriegelt wie die Dieselversion des 840d, der mit seinen 235 kW / 320 PS und 680 Nm in immer noch beachtlichen 4,9 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt. Während der doppelt aufgeladene Achtzylinder 10,0 Liter verbrauchen soll, begnügt sich der kraftvolle Diesel mit knapp Weltpremiere BMW 8er Coupé sechs Liter. Beiden Modellen gemein ist die obligatorische Kraftübertragung über Achtgang-Automatik und Allradantrieb. Wieso die Bayern wie schon beim X7 eine besonders elitäre V12- Positionierung nicht eingeplant haben, mag angesichts der imageträchtigen Konkurrenz, die durchweg Dutzendzylinder offeriert, kaum einleuchten.
Ein Technikpaket

Abgesehen davon stimmt das prall geschnürte Technikpaket. Das Serienfahrwerk der adaptiven Dämpfer lässt sich optional um eine Wankstabilisierung erweitern, die die Dynamik im Grenzbereich nochmals deutlich steigern soll. Während das BMW 840d Coupé serienmäßig auf 19-Zöllern unterwegs ist, rollt die Sportversion des M 850i auf 20 Zöllern und bietet ab Werk weitere Dreingaben wie Sportbremsanlage, Heckspoiler und Differenzialsperre.

Geschmacksache bleibt das neue Anzeigekonzept des BMW 8ers. Ebenso wie die neuen Modelle 3er, X5 und X7 ist auch das Coupé mit dem BMW-Bediensystem- 7.0 ausgestattet. Das besteht aus einer animierten Instrumenteneinheit (10,25 Zoll) und einem 12,3 Zoll großen Multifunktionsbildschirm in der Mitte des Armaturenbretts. Die Skalen der einstigen Runduhren erinnern dabei entfernt an die kantig gewordenen Scheinwerferaugen, lassen sich jedoch nicht wie bei der Konkurrenz in komplett unterschiedlichen Betrachtungsmodi umschalten.

Bequeme Sportsitze vorn und trennbare Rücksitze

Vorne sitzt es sich auf den wohl konturierten und deutlich tiefer positionierten Sportsitzen sehr bequem, während auf den beiden Plätzen im Fond allenfalls kleine Kinder Platz nehmen können, ohne ihre Beine zu ramponieren. Aber wer sitzt in einem solchen Sportcoupé nach Vorbild von Porsche 911 oder Aston Martin DB11 schon in Reihe zwei? Und für das nötige Renngepäck sollte der 420 Liter große Laderaum reichen; auch weil sich die Rücksitze getrennt umlegen lassen, um größere Gegenstände durchzuladen.

Stefan Grundhoff; press-inform

Verbrauchsangaben: Kraftstoffverbrauch in l/100 km kombiniert:10,0 l, CO2- Emissionen in g/km kombiniert: 228 g.

Alles Gute zum 70.

Die schönsten Geschenke macht man sich meistens selbst. Da macht Porsche keinen Unterschied zur eigenen Familienfeier. Zum 70. Geburtstag zeigen die Schwaben einen 911 Speedster – herzlichen Glückwunsch.

Wieso dieser noch den Zusatz „Concept“ trägt, mag kaum einleuchten, denn die Speedstermodelle der vergangenen Generationen waren die Elfer-Modelle mit den wohl höchsten Wertsteigerungen. Optisch waren die Speedster-Modelle zumeist Geschmacksache, denn die kurze, gedrungene Windschutzscheibe und das pummelige Heck begeisterte nicht alle Porsche- und schon gar nicht alle Elfer-Fans.
Erinnerung an den Sportwagenursprung

Das Porsche 911 Speedster Concept soll an den Porsche 356 Nr.1 Roadster erinnern, mit dem am 8. Juni 1948 die Automarke ihren offiziellen Sportwagenursprung erlebte. Die Antriebstechnik unter der zweifarbigen Hülle der Konzeptstudie entstammt den aktuellen GT-Modellen. Entwickelt wurde sie im hauseigenen Motorsportzentrum, wo auch Modelle wie der 911 GT2 RS und der GT3 RS entstanden sind. Wenn der Porsche 911 Speedster zum Serienmodell wird, dann bereits unter der neuen Baureihe 992, die im Herbst diesen Jahres die aktuelle Generation des 991 ablöst.
Hommage an den Urahn

Von den normalen 911er-Modellen hebt sich das Speedster Concept durch die verkürzten Scheibenrahmen und verkleinerten Seitenscheiben ab. Hinter den Vordersitzen schließt sich eine spezielle Heckabdeckung in Form einer Doppelhutze aus Kohlefaser an. Wie beim Urahn aus den späten 40er Jahren besitzt auch das 911 Speedster Concept anstelle eines Verdecks nur ein leichtes Notdach, das den Innenraum des parkenden Fahrzeugs vor Regen schützt.

Radiosystem oder eine Klimaanlage, doch die schicken Vollschalensitze aus Karbon sind mit braunem Anilin-Leder bezogen. Kotflügel, Fronthaube und Heckabdeckung der verbreiterten Cabriokarosse bestehen aus leichtem Kohlefaser-Verbundwerkstoff. Die Lackierung in den Farbtönen Silber und Weiß zitiert die frühen Rennwagen von Porsche.

Nette Details sind der mittig in der Fronthaube platzierte Tankverschluss oder die klassischen Außenspiegel. Das Fahrwerk entstammt dem Sportmodell Porsche 911 GT3 und die 21-Zoll- Felgen präsentieren sich im Fuchs-Design – erstmals mit Zentralverschluss. Angetrieben wird der Doppelsitzer von einem PS-starken Sechszylinder- Boxersaugmotor.

Stefan Grundhoff; press-inform
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