Kleines Organ, große Wirkung

50 Jahre Werbering Kempen:Kleines Organ, große Wirkung

Schilddrüsenerkrankungen haben viele Symptome. Eine mögliche Fehlfunktion sollte sorgfältig untersucht werden.

So klein, so wichtig und so oho: Die Schilddrüse ist das heimliche Energiezentrum im Körper, sagt Dr. Sven Hansen. Er ist Allgemein- und Viszeralchirurg am Kempener Hospital zum Heiligen Geist. Wenn es zu Störungen in der Schilddrüse kommt, dann hat das vielfache und ganz unterschiedliche Auswirkungen auf den Menschen. Je nachdem ob eine Unter- oder eine Überfunktion vorliegt. Die Symptome reichen von Schlafstörungen über Abgeschlagenheit bis hin zu Herzrasen, Nervosität oder vermehrtem Schwitzen. Es kann außerdem zu massivem Gewichtsverlust kommen. Auch trockene Haut, Haarausfall oder Verstopfung können darauf hinweisen, dass hier etwas nicht stimmt. Bei Kindern steuert die Drüse Wachstum und geistige Entwicklung.

Veränderungen und Erkrankungen dieses schmetterlingsförmigen Organs im Hals, das die Hormonproduktion regelt, werden immer häufiger diagnostiziert. „Je älter wir werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Veränderungen oder gar zu Erkrankungen der Schilddrüse kommt“, erläutert der Mediziner. „Rund die Hälfte der Deutschen weist eine Vergrößerung der Schilddrüse auf, also eine Strumabildung, teilweise mit Ausbildung von Knoten. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer.“ 

Zur Vorbeugung ist eine ausreichende Versorgung mit Jod durch Jodsalz, Fisch, Brot und Milchprodukten wichtig. Sport tut ebenfalls gut; Stress und Rauchen sind dagegen schädlich.

Dem Verdacht, dass mit der Schilddrüse etwas nicht stimmt, sollte auf alle Fälle nachgegangen werden. „Wir diagnostizieren sehr sorgfältig, denn das ist die Basis, um eine individuell optimale Therapie-Strategie festzulegen“, sagt Dr. Hansen. Eine Behandlung mit Tabletten kann in einigen Fällen schon ausreichen.

Befragung und eine körperliche Untersuchung geben bereits erste Hinweise. Die Szintigrafie macht durch radioaktives Material eine Über- oder Unterfunktion sichtbar. Das ist gesundheitlich nicht schädlich, denn das künstlich hergestellte Material zerfällt sehr schnell und wird über die Nieren komplett ausgeschieden.

Am Hospital zum Heiligen Geist erfolgt eine Behandlung in interdisziplinärer Abstimmung mit dem Hormonfacharzt und dem Operateur unter Berücksichtigung aller aktuellen Leitlinien. Aber: „Wir operieren nur dann, wenn eine konservative Behandlung keinen Erfolg verspricht.“

Sollte doch eine OP erforderlich sein, geschieht dies minimalinvasiv mit kleinen Schnitten, um auch kosmetisch ein einwandfreies Ergebnis zu erzielen.


Hospital zum Heiligen Geist