Eine Flaniermeile mit Flair

50 Jahre Werbering Kempen:Eine Flaniermeile mit Flair

Die Judenstraße bietet viele besondere Geschäfte. Die Händler stellen gemeinsam viel auf die Beine. Selbst Baustellenzeiten werden kreativ überbrückt.

Die Judenstraße ging schon oft voran in der Geschichte der Stadt Kempen. Im Zuge der Altstadtsanierung wurde sie vor fast 50 Jahren die erste Fußgängerzone. Für die damaligen Anlieger schien das allerdings keine gute Nachricht zu sein. Sie fürchteten neben der Baustelle vor der Tür auch, dass die Kunden nicht mehr kommen, wenn sie nicht mit dem Auto bis vor das Geschäft fahren können. Doch im Nachhinein kann man dies definitiv als gute Entscheidung bezeichnen.

In jüngster Zeit hatten die Händler wieder mit einer Baustelle zu kämpfen. Vor zwei Jahren wurde nach eineinhalb Jahren Baustellen die neu gestaltete Judenstraße eingeweiht. Während der Bauzeit hatten die Händler aus der Not eine Tugend gemacht und die Kunden mit vielen Aktionen, wie einem Baggerfest oder einer Gummientenjagd, bei Laune gehalten.

Auch diese Veränderung hat sich auf jeden Fall ausgezahlt. Das Pflaster sieht nicht nur schick aus, sondern ist auch schön glatt, was Menschen mit Rollstuhl oder Rollator ebenso eine ruhige Fahrt ermöglicht wie Eltern mit Kinderwagen. Im Vorfeld wurde die Auswahl von Pflaster und Gestaltung intensiv diskutiert. Denn auch hier soll die Judenstraße wieder Vorbild sein, wenn weitere Altstadtstraßen in Zukunft saniert werden müssen.

Historische Bauten aus dem 18. Jahrhundert prägen bis heute besonders die nördliche Seite der Judenstraße. Zu den besonders markanten Gebäuden gehört das Haus Hall, in dem heute das Café Himmlisch zu finden ist. Der Name der Straße weiß darauf hin, dass es in Kempen schon im 14. Jahrhundert eine jüdische Gemeinde gegeben hat.

Die Inhaber an der Judenstraße stellen selbst viel auf die Beine. Auch wenn es um Schmuck für die Straße geht, tun sich die Händler zusammen, gestalten die Einkaufsmeile und tragen so erheblich zum besonderen Flair der Flaniermeile bei.


Charisma - women's wear

Vom Fahrradladen bis hin zum Geschäft für Vierbeiner

Bummeln, Schaufenster schauen und einkaufen macht dort immer Spaß. Die Judenstraße bietet einen guten Mix von Geschäften: von Bäckerei und Metzgerei, zwei Optiker, Photo Porst und Mobilfunkshop KTS Haeßl über Gastronomie oder geschmackvolle Deko-Läden, in denen man Schönes für Heim und Garten findet. Bei Radsport Claassen kann man sich zu Rädern aller Art beraten lassen. Selbst für die Vierbeiner wird im Hundelädchen etwas geboten.

Vom Buttermarkt aus findet man schnell das Geschäft Charisma von Susanne Bornkopp. „Ich habe schon meine Ausbildung in diesem Geschäft gemacht“, erinnert sich die heutige Inhaberin. Ein Faible für Mode hatte sie schon immer. Nach einigen Jahren als Angestellte, bot sich 2008, als ihr Chef Leo Stuckmann sein Modehaus an der Ecke Juden-/Kirchstraße schloss, die Chance zu einer neuen Herausforderung. Seit mittlerweile fast zehn Jahren trifft sie mit ihrem Angebot bei Charisma den Geschmack ihrer Kundinnen. Dort kann frau bekanntlich sportlich-schicke Mode für Arbeit und Freizeit sowie elegante Abendbekleidung finden. Marken anzubieten, die es sonst in Kempen nicht zu kaufen gibt, ermöglicht den Kundinnen ein einzigartiges Einkaufserlebnis. Und es gibt auch immer wieder etwas Neues bei Charisma zu entdecken. Freundliche und kompetente Beratung gehört natürlich dazu.

Wie viele andere Judenstraßen-Inhaber auch, ist Susanne Bornkopp Mitglied im Werbering und schätzt die Arbeit, die die Händlergemeinschaft leistet. „Die Zusammenarbeit der Händler ist so wichtig. Und der Werbering bewegt viel, darum ist die Stadt auch so belebt.“ Der aktuelle Vorstand habe viel frischen Wind hereingebracht.

Auch wenn man im Mobilfunkshop KTS Haeßl an der Judenstraße nicht die typische Shoppingkundschaft im Blick hat, macht man dort gerne beim Werbering und den gemeinsamen Veranstaltungen mit. „Wenn wir Treueaktionen haben, sind die Gutscheine für den Werbering besonders beliebt. Nicht nur Kempener, sondern auch viele Auswärtige freuen sich, wenn man ihnen als Prämie die Gutscheine anbietet, mit denen man dann zum Beispiel in Kempen schön essen gehen kann“, hat Markus Haeßl festgestellt. Das gibt es halt nicht überall.

Bei Haeßl bereitet man sich zurzeit schon auf die Ankunft des neuen iPhones vor. Auch die Umstellung der Festnetzanschlüsse auf das schnelle Internet beschäftigt das KTS-Team zurzeit. Und dann steht Ende des Monats zudem noch die Internationale Funkausstellung (IFA) auf dem Plan, von der Markus Haeßl wieder wichtige Impulse erwartet.

Eines der neuesten Geschäfte an der Judenstraße ist an der der Ecke Juden-/Kirchstraße zu finden. Seit April ist dort „Miller & Monroe“ beheimatet. Das ursprünglich aus den Niederlanden stammende Unternehmen hat die früheren Charles-Vögele-Läden übernommen – und ist ganz begeistert von dem positiven Feedback der Kunden zum Start in der Thomasstadt. „Sowohl unsere Stammkunden, die unser Angebot und die Beratung unter Charles Vögele schon geschätzt haben, als auch neue, neugierig gewordene Kunden, besuchen uns.“ Das gut ausgewählte Sortiment, die Home und Lifestyle Artikel als auch die kompetente und freundliche Beratung der Mitarbeiter seien für Miller & Monroe ein Garant für den glücklichen Start in Kempen.

Für das Unternehmen hat Kempen ein ganz besonderes Flair. „Die Innenstadt ist sehr gemütlich und bietet einen guten Mix für Besucher. Es gibt nicht nur interessante Geschäfte, sondern auch Cafés und Restaurants zum Verweilen. Auch ist Kempen für auswertige Besucher interessant, bei den Stadtfesten ist dies zu spüren, oder auch Besucher, die Kempen während einer Rad- oder Motorradtour besuchen.“

Charisma - women’s wear, Judenstraße 28. Tel.: 02152 - 50855,

KTS Haeßl, Judenstraße 18, Tel.: 893989

Miller & Monroe, Judenstraße/Kirchstraße