Eine Handwerkstradition mit Zukunft

50 Jahre Werbering Kempen:Eine Handwerkstradition mit Zukunft

Das Geschäft gibt es seit 1935 am Studentenacker. Nun steht die vierte Generation Uhrmacher in den Startlöchern.

Es ist wahrlich ein Traditionsunternehmen in der Kempener Altstadt am Studentenacker 1. Juwelier Martens existiert dort schon seit dem Jahr 1935 und bietet seither die Fachkenntnis geschulter Uhrmachermeister. Und das hat Zukunft. Nach Franz, Karlhans und Joachim Martens gibt es mittlerweile auch in der vierten Generation einen Uhrmacher. Kai Martens (23) hat in Hamburg seine Ausbildung absolviert und die Prüfung dort als Zweitbester des Landes abgeschlossen. Nun besucht er die Meisterschule.

Vater und Großvater freut das natürlich sehr. „Fachkräfte werden händeringend gesucht“, weiß Joachim Martens zu berichten. Die Anzahl der Fachgeschäfte, die sich auf das Reparieren von Uhren verstehen, geht immer weiter zurück. Darum ist die Auftragslage auch in dem Kempener Betrieb sehr gut. Nicht nur aus Kempen und näherer Umgebung, sondern auch von weiter her, aus Meerbusch, Düsseldorf oder den Niederlanden, kommen Kunden.

Franz Martens stammte aus einer Uhrmacherfamilie in Weeze. „Von sechs Söhnen sind fünf Uhrmacher geworden“, erzählt Karlhans Martens. So kam er nach Kempen. Im Zuge der Altstadtsanierung wurde das Haus abgerissen und ein Neubau errichtet, erinnert sich Karlhans Martens. Nach der Wiedereröffnung übernahm der heute 79-Jährige das Geschäft seiner Eltern. Der jetzige Chef Joachim Martens ist mit seiner Frau Petra 1996 seit Geschäftsführer.

Bei so viel handwerklicher Fachkenntnis in der Familie wird natürlich immer wieder über das Handwerk diskutiert. „Wir haben dann drei Meinungen“, sagt Joachim Martens schmunzelnd. Denn im Handwerk hat sich vieles verändert. Neue Werkzeuge und andere Herangehensweisen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten etabliert.

Und auch bei den Uhren selbst hat sich viel verändert. Die Quarzuhren haben in den 70er Jahren eine neue Entwicklung mit sich gebracht. Heute gibt es moderne Uhren, die mit dem Smartphone verbunden sind, auf denen man zum Beispiel seine Fitness überprüfen und Nachrichten lesen kann – und mit denen man seit Neuestem auch bezahlen kann.

Immer auf der Höhe der Zeit zu sein ist für Joachim Martens sehr wichtig. „Aber ich bin überzeugt, dass der Bereich der mechanischen Uhren auch weiterhin bleiben wird“, sagt er. Den Wunsch, eine Uhr zu haben, die man an seine Kinder und Enkel weitergibt, hegen dann doch auch immer noch viele Menschen.

In der vom Zentralverband für Uhren, Schmuck und Zeitmesstechnik zertifizierten Werkstatt gehören Batteriewechsel oder der Austausch eines Glases, des Armbands, der Krone oder des kleinen Rädchens an der Seite zu den alltäglichen Aufgaben. Aber hin und wieder stehen auch Grundüberholungen an, bei denen das Uhrwerk komplett zerlegt werden muss – sei es nun bei Armbanduhr, Wecker, Wand- oder Standuhr.

Beim Schmuck, der bei Martens auch zum Sortiment gehört, ist klassischer Goldschmuck wieder sehr gefragt. Bei Martens gibt es ein breites Angebot. Der Konkurrenz durch den Internethandel, den man auch in diesem Geschäft spürt, will man mit gutem Service und ausführlicher und kompetenter Beratung begegnen.

Vor zwei Jahren hat Martens das Ladenlokal komplett umgebaut. „Wir haben die Kinder von Anfang an in die Planungen eingebunden“, sagt Joachim Martens. Auch Tocher Nele Martens (18) ist im elterlichen Betrieb tätig und macht dort nach Absolvierung des Abiturs eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau.

Von Anfang an war Karlhans Martens im Werbering dabei und sein Sohn ist es bis heute. „Wir sind immer gerne Mitglied“, sagt Joachim Martens. Rührig und mit immer neuen Ideen sei der Werbering bei der Sache und schaffe es, mit den großen Festen immer wieder die Menschen nach Kempen zu locken. Das will auch Familie Martens an diesem Wochenende mitfeiern und freut sich aufs Jubiläumsfest.

Juwelier Martens
Studentenacker 1
47906 Kempen
Tel.: 02152 - 2467
juwelier-martens.de