Historisches Ambiente

50 Jahre Werbering Kempen:Historisches Ambiente

Das Wohn- und Geschäftsgebäude Klosterhof bereichert seit 2014 die Geschäftswelt der Altstadt.

Die wohl markanteste Veränderung in der Altstadt in den vergangenen Jahren ist an der Burgstraße passiert. Wo früher das alte Kreishaus stand, ist heute ein modernes Wohn- und Geschäftshaus zu finden. Der Name Klosterhof bezieht sich auf das benachbarte Franziskanerkloster. 1627 bis 1630 wurde ein erstes Kloster errichtet. Die Paterskirche, die heute viele Kempener mit Kulturveranstaltungen anlockt, wurde 1640 fertiggestellt. In den folgenden Jahrhunderten wurde es unterschiedlich genutzt: als Lazarett, Gymnasium und Lehrerseminar. 1912 entstand im Erdgeschoss das Städtische Kramer-Museum. Die oberen Räume wurden von Finanzamt und vom Kreis Kempen-Krefeld genutzt. 1986/87 konnte dort das Kulturforum Franziskanerkloster mit Museen, Thomasarchiv und Stadtbibliothek entstehen.

Nach dem Abriss des Kreishauses wurde an dieser Stelle der Klosterhof gebaut und im Februar 2014 eröffnet. Die Firma Ralf Schmitz, die den Klosterhof baute, spricht von einer „Gratwanderung zwischen Historie und Gegenwart“, die gemeistert werde, indem sich das Gebäude auf die naheliegende, teils jahrhundertealte Architektur und den typischen regionalen Baustil beziehe. Tradition und Moderne gehen Hand in Hand. Verschiedene Modemarken und das Deko-Geschäft Depot laden dort zum Bummeln und Shoppen ein, auch die Bäckerei Stinges und das Sylter Eiscafé sind dort zu finden. Jüngster Mieter wurde Anfang 2015 das Gesundheits- und Trainings-Atelier „My Lifestyle of Health“.

In direkter Nachbarschaft zum Klosterhof ist an der Burgstraße seit September 2012 eine Filiale des Krefelder Unternehmens Textilpflege Weber zu finden. Christoph Weber nutzte die Gelegenheit, als dort die Bauarbeiten im vollen Gange waren und die große Baugrube andere Interessenten für ein Ladenlokal eher abgeschreckt hat. „Ich habe mir angesehen: Was entsteht da?“, erinnert er sich. Und seine Vermutung, dass die direkte Nachbarschaft zu hochwertigen Wohnungen und Einzelhandelsgeschäften auf Dauer von Vorteil sein kann, hat sich voll bestätigt. „Der Klosterhof ist wunderschön geworden. Die Geschäfte sorgen für eine hohe Kundenfrequenz in diesem Bereich und auch die Bewohner des Klosterhofs nutzen gerne unseren Service“, sagt Weber.

Barrierefrei, heller und freundlicher

Doch mit dem Bau des Klosterhofes war es noch nicht vorbei. Die Volksbank als Eigentümer hatte vor zwei Jahren das Haus, in dem auch Weber seine Filiale hat, saniert. Unter anderem ist die alte Waschbeton-Fassade einem schicken und modernen Aussehen gewichen, das auch zum Stil des Klosterhofs passt. Weber baute in diesem Zuge seine Filiale vollkommen um. Das Geschäft ist nun barrierefrei zu erreichen. Die Stufe ist verschwunden. Dank breiter Tür und größerem Ladenlokal kommen nun auch Menschen mit Rollator oder Rollstuhl problemlos hinein. Alles ist heller und freundlicher geworden.

Christoph Weber ist sehr zufrieden mit seinem Standort in Kempen. Das Einzugsgebiet ist groß, denn auch aus Grefrath, Wachtendonk und Kerken kommen die Menschen gerne zum Shoppen nach Kempen – und bringen dann auch gleich ihre Kleidung in die Reinigung.

Die Textilreinigung Weber bietet das volle Reinigungsprogramm – von der Bett- und Tischwäsche über den Hemdenservice bis zur Wäscherei. Der Bügelservice von Textilpflege Weber ist in Kempen besonders gefragt. Aber auch ihre Mangelwäsche bringen die Kunden oft zu Weber. „Dafür nutzen unsere Kunden besonders gerne unseren 20-Prozent- Rabatt auf Betttextilien immer freitags“, hat Weber festgestellt.

Dass der Klosterhof den Publikumsverkehr in diesem Bereich der Kempener Altstadt stark erhöht hat, konnte auch Helmut Körner, Inhaber von Bild & Kunst an der Orsaystraße, Ecke Alte Schulstraße, feststellen. Zwar habe die Bauzeit für das Geschäft eine hohe Belastung bedeutet, aber das Ergebnis überzeugt. Besucher der Altstadt kämen gerne auch zum Klosterhof, um sich das Gebäude anzuschauen und dort entlang zu bummeln, hat der Inhaber festgestellt.