Renault Master Kastenwagen 180 dCi

Fahrspaß:Renault Master Kastenwagen 180 dCi

Fahrbericht Renault Master Kastenwagen 180 dCi

Der Franzose zeigt, wie man mit gezielten Maßnahmen ein Modell frisch halten kann.  

Die Zeiten, in denen ein Nutzfahrzeug einfach nur robust sein musste, sind längst vorbei. Mittlerweile erwarten Handwerker und Paketboten Komfort, Vernetzung und nach wie vor Praktikabilität. Dem will Renault bei der Modellpflege des 3,5-Tonnen-Transporters Master, der immerhin schon seit 2010 auf dem Markt ist, Rechnung tragen. Deswegen finden sich unter den Unmengen von Ablagen des Cockpits, in die immerhin 105 Liter passen, auch USB-Anschlüsse und eine Fläche für das induktive Laden des Smartphones. Das Armaturenbrett ist neu und verleiht dem Master ein frisches Aussehen. Zwar regiert immer noch dunkelgraues Hartplastik, aber ein 3,5 Zoll Infotainment-Bildschirm, ein paar Chromringe hier und dort (Lufteinlassdüsen, Gangknüppel und Klimaanlagenkontrollen) sowie schicke Kippschalter zeigen, dass Renault sich beim Master alle Mühe gibt, ein modernes Wohnzimmer zu bieten. Immerhin muss der Renault gegen Konkurrenten wie den Ford Transit oder den Mercedes Sprinter bestehen.

Komfort und Sicherheit

Bei allem Ambiente, bleibt der Renault Master immer noch ein mittelgroßer Transporter mit einem Laderaum von acht bis 17 Kubikmetern. Deswegen freuen wir uns über das helle LED-Licht, das den großen Transportraum hell erleuchtet, und Griffen an den Türen, die das Betreten erleichtern. Wir sind mit 10,3 Kubikmeter Ladung und 660 Kilogramm Last unterwegs. Das soll nicht nur den Alltagseinsatz simulieren, sondern hilft auch beim Komfort der Rohrprofil-Hinterachse mit Einblatt-Parabelfedern, die unbeladen vermutlich unwirscher auf Bodenunebenheiten reagieren würde.

Von außen weisen unter anderem das C-förmige Tagfahrlicht und ein neuer Kühlergrill auf den verbesserten Master hin. Wir genießen die Aussicht auf dem Hochsitz hinter dem großen Lenkrad, auf dem man fast alles im Blick hat, was vor und direkt neben dem Fahrzeug passiert. Für den Blick nach hinten gibt es vier Seitenspiegel und neuerdings auch eine Kamera direkt an der oberen Kante des Hecks, deren Bild während der Fahrt andauernd auf einen Bildschirm oben im Cockpit übertragen wird. So hat man auch das Geschehen direkt hinter den 2,48 Meter hohen Kastenwagen unter Kontrolle. Sobald die Rückfahrkamera und die Parksensoren, die es jetzt hinten und vorne gibt, aktiv sind, verabschiedet sich das Extra-Auge von der Überwachungsaufgabe, um den Fahrer nicht zusätzlich zu verwirren. Unterstützung bekommt der Lenker des 5,58 Meter langen Transporters von Helfern, wie einem Totwinkel-Assistenten, einem Notbremssystem und einem Seitenwindassistenten.

Tölke & Fischer GmbH & Co. KG

Unter der Motorhaube verrichtet ein neuer 2.3 Liter Dieselmotor mit 132 kW / 180 PS seinen Dienst, der beim Testwagen mit einer Sechsgang-Handschaltung kombiniert ist. Der Vierzylinder erreicht nicht nur die Euro 6d temp Abgasnorm, sondern soll bis zu einem Liter weniger verbrauchen, als die bisher verbauten Triebwerke. Für Selbstständige, die beinhart kalkulieren müssen, ist das durchaus eine Ansage. Renault gibt als Durchschnittskonsum 6,9 Liter pro 100 Kilometer an. Bei einem Tankvolumen von 105 Litern kommt man da schon ziemlich weit.

Auf der Straße kommt der Selbstzünder mit dem gut 2.6 Tonnen schweren Gefährt prächtig klar. Egal ob Steigungen oder das Überholen von langsameren Lkws – der Master 180 dci bewältigt alles problemlos. Das Bewegen des französischen Nutzlasters macht richtig Laune. Der Motor verströmt noch ein bisschen archaische Schiffsdiesel-Akustik lässt sich aber beim Antritt dank des maximalen Drehmoments von 400 Newtonmetern nicht lumpen: Zumal das Sechsganggetriebe auf das Bewegen von schweren Lasten abgestimmt ist und nicht auf Höchstgeschwindigkeit, die mit 163 km/h angegeben ist.

Im Renault Master, mit der dominanten Präsenz einer rollenden XXL-Schrankwand, ist man dem Gewusel um sich herum ohnehin entrückt. Der Grundpreis von 39.734,10 Euro für einen Master mit Einzelkabine, lässt sich durch Sonderaufbauten oder speziellen Anpassungen des Laderaums noch deutlich erhöhen. Das ändert aber nichts an dem guten Eindruck, den das französische Arbeitstier hinterlassen hat.

Wolfgang Gomoll; press-inform

Renault Master Kastenwagen 180 dCi - Verbrauch EU-Drittelmix (l/100 km): 6,9 CO2-Ausstoß (g/km): 183; Abgasnorm: Euro 6d temp


Schildknappe

Fahrbericht Mitsubishi ASX 2.0 4WD CVT

Nach gut neun Jahren hat Mitsubishi den ASX technisch optisch runderneuert. Herausgekommen ist ein solides Fahrzeug, das ganz bewusst die konservative Karte spielt.

Bei den kompakten Crossovern geht es gerade so richtig zur Sache. Individualisierung ist ein Trend, dem so mancher Autobauer hinterherhechelt. Entweder gibt es so viele Farbkombinationen, dass man meint, einen rollenden Lollipop- Lutscher aus den 70er Jahren vor sich zu haben. Oder das Design ist so polarisierend, dass sich nur Extrovertierte hinter das Lenkrad trauen.

Das wissen sie auch bei Mitsubishi und haben den ASX umfassend aufgefrischt. Schließlich ist der kompakte Crossover mit einem Verkaufsanteil von durchschnittlich 27,2 Prozent das drittwichtigste Fahrzeug im Modellportfolio der Japaner. Um mit den jungen Wilden optisch mithalten zu können, haben die Designer die Front komplett neu gestaltet. Das Antlitz trägt jetzt den imponierenden Namen „Dynamic Shield Phase 2“, die seit dem Eclipse Cross des Jahres 2017 maßgebend für die Mitsubishi- Formensprache ist. Die Japaner können nicht aus ihrer Haut. Trotz des chromglänzenden Kühlergrills ist der ASX keine Designikone. Muss er auch gar nicht sein, denn nichts altert so schnell, wie eine zu effektheischende Optik. Zumal die eingefleischten Mitsubishi-Jünger ohnehin konservativ sind. Bei der Technik war ein Update allerdings überfällig. Also hat der ASX jetzt serienmäßig auch Voll LED Scheinwerfer und -Rückleuchten, die das veränderte Heck zieren.

Die Umbaumaßnahmen sind sicht- und greifbar

Die Mittelkonsole hat ebenso wie das Armaturenbrett eine neue Form bekommen und der Touchscreen wächst von sieben auf acht Zoll. Damit verbunden ist eine deutlich verbesserte Konnektivität, bei der das Smartphone per Apple CarPlay oder Android Auto eingebunden werden kann. Ein Fortschritt ist zweifelsohne das Navigationssystem von TomTom inklusive Echtzeit-Verkehrsdaten. Bei den Assistenzsystemen bietet der Mitsubishi ASX unter anderem einen Notbremsassistenten, einen Tot-Winkel-Warner und einen Spurhalteassistenten.

Dieses Automatikgetriebe ist bei gleichmäßig rollendem Verkehr komfortabel und das Geräuschniveau des Vierzylinders ist angenehm gering. Bei einer ambitionierteren Fahrweise bremst die „Gummiband-Charakteristik“ dieser Schaltung jeden Ansatz von Dynamik ein. Sobald man vehementer auf das Gaspedal steigt, jammert der Motor hörbar auf, doch der Vortrieb steht in keinem Verhältnis zum angestrengt wirkenden Geräusch. Auch der Griff zu den Schalpaddeln bringt nur mäßige Linderung, deswegen sollten alle, die auf den Allradantrieb verzichten können, die manuelle Sechsgangschaltung wählen. Gute Noten verdient sich der überarbeite Mitsubishi ASX beim Komfort. Selbst größere Unebenheiten schluckt das Fahrwerk souverän und passt sich der entspannten Gesamtcharakteristik des Crossovers an.

Auch die Platzverhältnisse überzeugen nach wie vor, da sich die Innenraummaße nicht verändert haben. Im Fond können Erwachsene entspannt sitzen und beim Umlegen der Rücksitzbank entsteht eine ebene Ladefläche. Das Kofferraumvolumen beträgt 406 bis 1.206 Liter. Den Maximalwert, der noch von dem Vor-Faceliftmodell stammt, wollen die Japaner noch nicht bestätigen. Der Einstiegspreis des ab September erhältlichen Mitsubishi ASX liegt aktuell bei 16.890 Euro. Aufgrund der verbesserten Ausstattung dürfte der überarbeite Crossover um die 18.000 Euro kosten.

Wolfgang Gomoll; press-inform