Krefelder Idris - letzter Berg-Anoas-Bulle?

Krefelder Zoo-Zeitung:Krefelder Idris - letzter Berg-Anoas-Bulle?

Idris stammt aus der eigenen Zucht. Vermutlich ist der Bulle weltweit das einzige noch lebende Exemplar.

Das Besondere an Idris: „Auf der Welt ist er vielleicht der letzte seiner Art“, sagt Zoodirektor Dr. Wolfgang Dreßen. Angeblich soll es zwar auch noch einige Tiere in einem Zoo auf Java geben, doch es ist nicht zu 100 Prozent sicher, ob es sich dabei wirklich um Berg-Anoas handelt. Ähnlich ungewiss sind die Erkenntnisse über die freie Wildbahn. Über Jahre hinweg gab es dort keine Sichtungen mehr.

Der Krefelder Bulle ist der letzte Nachwuchs des Zuchtpaars Jupp und Ike. Sie kamen 1975 und 1977 nach Krefeld und waren eines der erfolgreichsten Zuchtpaare der Welt. 15 Jungtiere gingen auf sie zurück. Die genetische Verwandschaft war allerdings so eng, dass eine weitere Zucht unmöglich war. In der folgenden Generation kamen alle Kälber mit schweren Fehlbildungen auf die Welt.

In seinem mit dichten Wacholderbüschen durchsetzten Gehege ist das rund 70 Zentimeter große Rind nicht gerade oft zu sehen. Für den Bau des neuen SchimpansenGartens wird es sein Gehege verlassen müssen. Denn die benachbarten Kängurus müssen wiederum ihren Platz räumen für die neue Schimpansen-Außenanlage und an einen anderen Standort ausweichen.

Berg-Anoas lebten früher auf den indonesischen Inseln Sulawesi und Buton. Seit Jahren sind sie vom Aussterben bedroht und stehen auf der Roten Liste, genauso wie inzwischen die ebenfalls gefährdeten Flachland-Anoas. Ihr natürlicher Lebensraum ist durch das Abholzen von 89 Prozent des Regenwaldes und der Anlage von Palmölplantagen praktisch nicht mehr vorhanden. Außerdem wird das Wildrind gerne gejagt.

In den wenigen geschützten Nationalparks sind „Berg-Anoas schon ewig nicht mehr gesichtet worden, und auch den Flachland-Anoas droht das gleiche Schicksal“, sagt der Krefelder Zooleiter Dreßen. „Noch gibt es kleine Populationen des Flachland-Anoas, die genetisch überlebensfähig wären. Doch sie leben getrennt voneinander in weit entfernten Habitaten.“

Ist Klonen eine Möglichkeit, damit keine Tierarten aussterben müssen? „Das hängt auch davon ab, ob ihr natürlicher Lebensraum noch vorhanden ist oder nicht“, sagt Dreßen. Bei den Berg-Anoas ist er durch das Abholzen des Regenwaldes schon verschwunden. „Man sollte deshalb die Energie lieber dort rein stecken, wo es noch gesunde Bestände gibt.“


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Eine Art Arche Noah

Der Zoo von heute fördert weltweit die Artenvielfalt und schützt so bedrohte Tierbestände vor dem Aussterben.

Es ist ein Jahr her, dass ich in der zuletzt erschienenen Zoo-Zeitung den Kampf gegen das massive Artensterben zur „Generalaufgabe“ der Bildungseinrichtung Zoo angeführt habe. Damals waren alle Leser vom Tod des letzten uralten Nördlichen Breitmaulnashorn-Bullen „Sudan“ geschockt. Nach dem Tod der berühmten Pinta-Riesenschildkröte „Lonesome George“ in 2012 wurde die Ausrottung und das Verschwinden ganzer Arten eine weiteres Mal personifiziert.

Nun gibt es einen erneuten alarmierenden Weckruf, der mit zahlreichen Fakten zu einem Umdenken im Umgang mit unserer Umwelt drängt: Der von den Vereinigten Nationen eingerichtete Weltrat für Biologische Vielfalt veröffentlichte Anfang Mai einen Bericht, der auf der Auswertung von 15.000 wissenschaftlichen Arbeiten beruht. Das Ergebnis ist alarmierend: Bis zu einer Millionen Tier- und Pflanzenarten sind akut vom Aussterben bedroht. Der Schwund der Artenvielfalt ist ein komplexes Thema und hat viele Ursachen.

Er ist aber meist eng mit dem rasanten Wachstum der Weltbevölkerung verbunden, das zur Ausbeutung von Ressourcen, Verschmutzung der Umwelt und Zerstörung ganzer Lebensräume führt. Grundsätzlich sei hier dringend ein Umdenken in Gesellschaft und Politik in Richtung nachhaltiger Wirtschafts- und Finanzsysteme erforderlich, wie es auch die Klima-Aktivisten fordern.

Die Zoos weltweit dienten in den vergangenen Jahren mehr als 50 Arten als rettende Arche Noah und bewahrten diese vor dem Verschwinden auf unserem Planeten. Das klingt auf den ersten Blick wenig. Denn unser Dilemma ist der mangelnde Platz, so dass sich die Zoos auf eine Auswahl an Arten beschränken müssen, die aber in den Lebensräumen meist eine übergeordnete Rolle spielen: Schützen wir deren Lebensraum, so werden gleichzeitig ganze Ökosysteme mit zig anderen, zum Teil wenig bekannten und unscheinbaren Tier- und Pflanzenarten bewahrt. Zusätzlich zeigen hunderte von Zuchtprogrammen hochbedrohter Arten und „Joint-Ventures“ mit unseren Partner-Organisationen aus dem Natur- und Umweltschutz, dass die Zoos als wahre Experten für das langfristige Überleben kleiner Tierbestände herangezogen werden müssen!

Darum lassen Sie sich informieren, begeistern und anstecken von der wunderbaren Tierwelt, nutzen Sie unsere Bildungsangebote und werden auch Sie Schützer der Artenvielfalt!

Ihr
Wolfgang Dreßen


Hunde sind willkommen

Besucher auf vier Beinen

Hunde sind im Krefelder Zoo willkommen – eine Seltenheit, die vielen nicht bewusst ist. Den Familienausflug sollen jedoch alle gemeinsam genießen dürfen. Daher möchte der Zoo auch treuen vierbeinigen Begleitern mit den vielen spannenden Eindrücken eine Freude zu machen.

Einiges ist aber zu berücksichtigen. Im Park müssen die Vierbeiner an der kurzen Leine geführt werden. Außerdem dürfen sie nicht mit in die Tierhäuser wie das Regenwaldhaus, den SchmetterlingsDschungel, das Affentropenhaus und das Vogelhaus. Darum stehen draußen Anbindestationen zur Verfügung.

Darüber hinaus bittet der Zoo um Rücksichtnahme gegenüber anderen Besuchern. Damit dem Besuch mit Hund nichts im Wege steht, sind um ganzen Park Wassernäpfe und Kotbeutelstationen verteilt.


Gegen den Hunger beim Zoobesuch

Im Zoo-Café gibt es Currywurst, Salat und ein großes Kuchen- und Tortenangebot.

Currywurst mit Pommes ist mit Abstand das Lieblingsessen der Deutschen. Auch Pasta spielt in dieser Hitliste ganz vorne mit. Natürlich dürfen diese Klassiker auf der Speisekarte des Zoo-Cafés nicht fehlen. Wer jetzt ganz gesundheitsbewusst entsetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlägt, darf dennoch ganz beruhigt bei seinem nächsten Zoobesuch hier einkehren.

Die deftigen Klassiker sind vor allem für Kinder nach einem spannenden Zoorundgang das Tüpfelchen auf dem i. Und Gastronom Dzemal Delic ist sich seiner Verantwortung sehr wohl bewusst. „Ich bevorzuge frische Produkte, die gerade Saison haben, und kaufe Lebensmittel aus tier- und naturgerechter Produktion“, erklärt er.

Das Zoo-Café bietet das ganze Jahr über Speisen und Getränke an. Aber im Sommer ist das Angebot am vielseitigsten. Dann kommen auch Vegetarier auf ihre Kosten. „Für Veggies biete ich mehr als nur Salat an“, sagt Dzemal Delic.

Aber egal, für welches Gericht sich der Gast entscheidet, er genießt es in einmaliger Umgebung. Die große Terrasse bietet auf bequemen Outdoor-Möbeln Platz für 300 Gäste und ist der perfekte Platz für eine Auszeit in einem außergewöhnlichen Ambiente.

Schlösschen wurde umfassend renoviert

Schon zum „Schlösschen-Frühstück“ heißt die Zoo-Gastronomie die Besucher willkommen. Wer will sich schon mit leerem Magen auf das große Zoo-Abenteuer einlassen? Vor vier Jahren übernahm Dzemal Delic die Zoo-Gastronomie. Der neue Pächter wertete das dankmalgeschützte Grotenburg-Schlösschen nicht nur optisch auf, sondern investierte eine halbe Millionen Euro in die umfassende Renovierung.

Wenn man seinen Blick über den klassizistischen Bau mit dem achteckigen Turm im Hintergrund schweifen lässt, sieht man, mit wie viel Liebe zum Detail Dzemal Delic die in die Jahre gekommene Zoo-Gastronomie gestaltet hat. Der gebürtige Wattenscheider mit bosnischen Wurzeln hat das Schlösschen aus seinem Dornröschenschlaf geweckt. Gemeinsam mit Betriebsleiterin Anna Liskes und rund 25 Mitarbeitern sorgt das Team dafür, dass sich jeder Besucher wie ein König fühlt.

Spätestens am Nachmittag lässt das große Kuchen- und Tortenangebot alle guten Ernährungsvorsätze vergessen. „Ein Besuch im Zoo soll schließlich Spaß machen“, findet der zweifache Familienvater.

Telefon 369696, Öffnungszeiten bis Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr. Das Grotenburg-Schlösschen bietet rund 60 Gästen Platz und kann auch für private Feiern oder Firmenevents gemietet werden.

http://ZooGastronomie-Krefeld.de