Carlo Verwiebe hat Freude an Technik und Material

Retour le Tour:Carlo Verwiebe hat Freude an Technik und Material

Das Ziel für den 17-jährigen Carlo Verwiebe ist klar: Er will das Junioren-Rennen gewinnen. 2017 war er Zweiter.

Wie der Vater, so der Sohn. In der Familie Verwiebe kann man das bezogen auf die Radsportbegeisterung so sagen. Der Papa, Constantin, heute 55 Jahre alt, fährt seit seinem 16. Lebensjahr Radrennen, und auch der Sohn Carlo ist mit seinen 17 Jahren längst auf den Rennstrecken zu Hause. Angefangen hat er damit aber schon vor sieben Jahren. Die Tochter sitzt mitunter auf dem Tandem. „Die ganze Familie fährt Fahrrad“, verrät der Vater. Auch bei der Berufswahl haben die beiden die gleichen Vorstellungen. Constantin Verwiebe ist Bauingenieur, studierte in Aachen. Diesen Wunsch hat sein Sohn nun auch gefasst. In Aachen leben, studieren und in der Eifel trainieren, so wie einst der Vater. Dort, wo auch frühere Profis wie Jens Heppner oder Olaf Ludwig sich auf großen Rennen vorbereiteten.

Der junge Carlo Verwiebe wohnt heute in Kliedbruch in Krefeld, besucht das Gymnasium am Moltkeplatz und möchte im nächsten Sommer Abitur machen. Als er drei Jahre alt war, nahm das Radsportteam Bockum ihn als Mitglied auf. In Krefeld aber ist er nicht geblieben. Verwiebe fährt für den VfR Büttgen, der Verein besitzt eine Radrennbahn, dort befindet sich der Landesleistungsstützpunkt Radsport. Überdacht und bei jeder Witterung nutzbar. Das ist ein wichtiger Anziehungspunkt gewesen.

Darüber hinaus fasziniert den Filius auch das, was einen Radsportler auch neben der Strecke auszeichnet: „Er hat die Freude an der Technik, den Spaß am Material“, sagt der Vater. Carlo Verwiebe gehört dem NRW-Kader U19 an. Dort trainiert er auch mit dem Fischelner Erik Vranken zusammen. Das Ziel für das Junioren-Rennen in Krefeld: gewinnen. Im Vorjahr wurde es Platz zwei. In Hüls stand im Mai Rang drei. In der Vorwoche hielt sich Carlo noch im Schwarzwald fit. Wenn er mal Zeit hat, greift er gerne zur Geige.


Mineralwasser macht müde Körper fit

Das Unternehmen aus der Vulkaneifel sponsort den Spitzensport.

Mineralwasser aus der Vulkaneifel gibt es schon lange. Schon zur Römerzeit wurden die ersten Quellen abgefüllt, heute sind die Dauner Mineralquellen ein mittelständiges Unternehmen mit 40 Mitarbeitern. Das Unternehmen bezeichnet seine Herstellung noch als Manufaktur. Beständigkeit und Tradition werden groß geschrieben. „Wir sind eine der wenigen Mineralquellen im Schutzgebiet. Wir haben keine Landwirtschaft in der Gegend. Unsere Wasser sind hochmineralisiert, was sie insbesondere für den Spitzensport prädestiniert“, sagt Geschäftsführerin Marion Zimmermann. Die Dauner Mineralquellen unterstützen auch das Dauner Akkon Cycling Team, das sich der Nachwuchsförderung verschrieben hat.

Das Unternehmen lehnt die Abfüllung in Plastikflaschen ab, setzt auf Glas. Die Dauner-Mineralquellen beliefern viele Kliniken und wollen sich über die Radrennen auch an den Endverbraucher wenden, auch in Krefeld: „Viele Leute wissen gar nicht, was ein Wasser alles kann, wie wertvoll Mineralwasser ist.“ So diene es im Spitzensport vor allem dazu, den müden Körpern wieder schnell die nötigen Nährstoffe zuzuführen und Defizite abzubauen. Doch auch im Vergleich zum Kranwasser habe das Mineralwasser in vielen Regionen Vorteile, es enthält deutlich mehr Nährstoffe. Die Dauner-Mineralquellen sind nicht nur in Krefeld als Hauptsponsor vertreten, auch bei der Deutschland Tour präsentiert sich das Unternehmen aus der Eifel als Partner.


Für ihn ist es ein Heimrennen

Jakob Wamser wird von allen Fahrern den wohl kürzesten Weg haben. Er wohnt in der Krefelder Innenstadt.

Wenn am 3. August der Sieger von „Retour le Tour“ ausgefahren wird, ist der Begriff Heimrennen für Jakob Wamser wohl mehr als passend. Ein Coup, ein Heimsieg aber traut sich der Krefelder nicht unbedingt zu: „Die Tour-Fahrer sind schon noch einmal eine andere Kategorie“, sagt er. Doch eine Attacke vor seiner Haustür? Warum nicht.

Jakob Wamser ist eher zufällig zum Radsport gekommen durch Bekannte seiner Eltern. Es ist die große Zeit von Jan Ullrich und Erik Zabel, 1998. Wamser sitzt vor dem Fernseher, sieht wie der Deutsche Ullrich 1997 die Tour die France gewinnt. Der Krefelder findet irgendwann ein Rennrad in der Garage der Bekannten, probiert es aus. Es gefällt ihm im Sattel. Er bleibt dabei. Fußball oder etwas anderes?, fragte er sich damals. Er entscheidet sich fürs Rad. „Es hat mich fasziniert.“

Er schließt sich dem Verein Staubwolke Fischeln an, durchläuft dort die Jugend. Der Club zeichnet sich durch gute Nachwuchsarbeit aus. Als er erwachsen ist, wird Staubwolke aber zu klein. Er wechselt zu Bundesliga-Teams wie Radschläger Düsseldorf oder RSV Bochum, fährt Bundesliga-Rennen quer durch Deutschland. Heute geht er für das Team Mettmann in der Kategorie Elite B an den Start.

Als Amateur im Radsport ist er immer abhängig von seinem Beruf geblieben. Jakob Wamser arbeitet als Fachkrankenpfleger für Anästhesie im Krefelder Helios-Klinikum. Training muss trotzdem sein. Zehn bis 15 Stunden nimmt der 31-Jährige in der Woche auf sich, um noch einmal nach der Arbeit aufs Rad zu steigen. Die Familie muss dann schon mal zurückstecken, erzählt er: „Dieses Jahr aber klappt es ganz gut. Meine Frau macht das mit. Sie hat mich so kennengelernt, sie wusste es ja vorher.“

Noch immer schaut sich Wamser die eine oder andere Etappe der Tour de France an, das „Hochamt des Radsports“. Die großen Geschichten, wie der Anstieg nach Alpe d’Huez, fesseln ihn. Es muss aber zeitlich passen. Vorbilder im Radsport hat er keine. Als Jugendlicher träumte er davon, selbst bei der Tour dabei zu sein. Doch so steil ging seine Karriere nicht nach oben. Erfolge feierte er in Rennen der U19 und U23. Zwischendurch führte er sogar mal die Jugendrangliste an. Bei der Tour de Maurice (Mauritius) vor fünf Jahren wurde er zufällig mit seinem Team eingeladen. Auf der Insel im Indischen Ozean kämpfte er um das Grüne Trikot, am Ende wurde er Dritter. Jakob Wamser ist eher ein Sprinter, er bringt Explosivität mit. „Vielleicht kann ich in Krefeld ja eine Überraschung landen.“