Clemens Schmidt beim „Retour le Tour“: In Krefeld mit Profis messen

Retour le Tour:Clemens Schmidt beim „Retour le Tour“: In Krefeld mit Profis messen

Für den jungen Radsportler Clemens Schmidt ist die Teilnahme am ersten Nach-Tour-Kriterium „Retour le Tour“ eine große Ehre, wie er sagt.

Clemens Schmidt lässt seinen Blick gerne mal ein bisschen schweifen, wenn er auf seinem Rennrad durch die verschiedenen Landschaften fährt, die er bei seinen Wettkämpfen kennenlernt. Es macht für ihn einen Teil der Faszination Radsport aus. Man kommt raus, man sieht die Welt. „Man nimmt sie ganz anders wahr“, sagt der Krefelder.

Bei seinen Trainingsfahrten im Ausland hat der 21-Jährige schon einige bemerkenswerte Eindrücke gesammelt. Mit seinem Vater ging es dreimal in die Alpen. Die eine oder andere Hochgebirgsstraße, die auch schon Kulisse bei der Tour de France gewesen war, galt es zu meistern. Schmidt schwärmt auch von den Küstenstraßen auf Mallorca.

Die Mittelmeerinsel ist für ihn nicht bloß ein Urlaubsziel wie für Millionen Deutsche, sondern auch ein Ort, an dem er zwei Aspekte miteinander verbinden kann, die Natur und das harte Training: „Ich habe früher Volleyball gespielt. und beim Tennis ist auch immer viel Technik dabei. Auf dem Rennrad muss man sich aber mehr quälen, sich selbst mehr herausfordern“, nennt Clemens Schmidt den zweiten Punkt seiner Faszination für das Radrennen. Der Kampf mit sich selbst.

Schöne Landschaften gibt es für ihn beim Nach-Tour-Kriterium „Retour le Tour“ nicht zu sehen. Auf die 63 Kilometer durch Krefelds Innenstadt aber freut sich der in Aachen lebende Schmidt dennoch: „Das ist für mich eine Riesenehre. Es wird das erste Nach-Tour-Kriterium für mich sein. Ich kann mich mal mit den Profis messen.“ Angesichts der erwartbar starken Konkurrenz hat sich der Student keine hohen Ziele gesetzt: „Ankommen ist das Ziel. Man ist jetzt im Training noch motivierter, noch mehr zu tun.“


Dauner

Schmidt studiert in Aachen Maschinenbau, am Krefelder Stadtwald ist er aufgewachsen. Erst seit sieben Jahren fährt er Rennrad, das Gefährt gab es zur Konfirmation. Da war er 14. Seine Freundin wohnt noch in Krefeld. Unter der Woche fährt er viel mit dem Rennrad durch Aachen. Sonntags geht es dann auch mal mit einer Gruppe sei nes Vereins Radsportteam Bockum in den Sattel: Trainingsfahrten. Wer Lust hat, fährt mit. Überhaupt schätzt Schmidt die gemütliche Atmosphäre im Verein: „Es wird alles nicht so ernst genommen. Es gibt auch mal ein Bierchen nach dem Training.“

Ein Rad-Profi? Dieses Ziel hat Schmidt nicht: „Ich will mich noch verbessern und einfach Spaß haben.“ Im Mai gewann der Krefelder das Breetlook-City-Rennen in Hüls. Es war sein erster Erfolg, seit er vor zwei Jahren mit den Rennen begonnen hatte. Im vergangenen Jahr machte er sogar beim 24-Stunden-Radrennen auf dem Nürburgring mit, wechselte sich mit drei anderen Fahrern seines Teams ab. Eine Runde ging über 25 Kilometer.

Sein Vorbild auf dem Rad ist der Niederländer Niki Terpstra – ein Arbeiter für das Team, der lange hohe Geschwindigkeiten fahren kann. Tempohart, wie das im Fachjargon heißt. In ihm findet sich Schmidt wieder.